Wolfgang Arnim Nagel


Hanau 09.11.1924 – Hanau 16.05.1998

Wolfgang Arnim Nagel hat auf vielfältige und eindrucksvolle Weise in und für Hanau gewirkt: als Verleger, als Maler, als Fotograf, als Galerist, als Kunstexperte sowie als ständiger Berater unterschiedlichster kultureller Gremien. 

   

Wolfgang Arnim Nagel


Hanau 09.11.1924 – Hanau 16.05.1998

Wolfgang Arnim Nagel hat auf vielfältige und eindrucksvolle Weise in und für Hanau gewirkt: als Verleger, als Maler, als Fotograf, als Galerist, als Kunstexperte sowie als ständiger Berater unterschiedlichster kultureller Gremien. 

Biografie_Fotor

 

Der Verleger und die ersten Städtebücher nach dem Krieg


1948 gründete Wolfgang Arnim Nagel den auf Städtebücher spezialisierten KUWE-Verlag, in dem er die Reihe "Deutschland baut auf" herausgab. Es waren die ersten Städtebücher nach dem Krieg in Deutschland. Die Fotos für seine Bildbände erstellte er stets selbst und leistete damit einen entscheidenden dokumentarischen Beitrag zur Zeitgeschichte. Der umfangreiche Fotonachlass aus der Zeit von 1950 bis 1980 befindet sich heute in der Bildstelle Hanau.

Mit der Übernahme des Dr. Hans Peters Verlages aus Bad Honnef 1963 erweiterte er sein Verlagsprogramm um anspruchsvolle Kunst-, sowie hochwertige Kinderbücher. 

 

Publikationen über die Stadt Hanau


1978 veröffentlichte Wolfgang Arnim Nagel die Faksimile-Ausgabe der berühmten Chronik von Ernst J. Zimmermann "Hanau, Stadt und Land"- Kulturgeschichte und Chronik einer fränkisch-wetterauischen Stadt und ehemaligen Grafschaft", das wohl wichtigste und umfangreichste Werk zur Hanauer Geschichte.

Weitere Bildbände und Publikationen über die Stadt Hanau, das Land Hessen sowie andere Bundesländer folgten. 

Von besonderer Bedeutung ist der in vielen Auflage erschienene "Hanau-Stadtbildband", den Generationen von Brautpaaren als Hochzeitsgeschenk der Stadt Hanau im Schloss Philippsruhe überreicht bekamen.

1976 erfolgte der Einzug des Verlages in das neu gebaute Verlagsgebäude in der Burgallee 65.                                                

Zimmermann Kopie

 

Pfeil Kunstkabinett weißMit der Maus drüber fahren

 

Förderung des kulturellen Angebotes in Hanau


Im gleichen Jahr eröffnete Wolfgang Arnim Nagel das HANAUER KUNSTKABINETT, in dem fortan Sonder-Ausstellungen stattfanden.

Das Angebot umfasste vorwiegend Kunst des 20. Jahrhunderts, darunter Malerei, Grafik, Skulptur und hochwertiges Kunsthandwerk. 

Prägung des modernen Kunst- & künstlerischen Bilderbuches


Wolfgang Arnim Nagel gehörte zu den ersten seiner Branche, die sich für internationale Koproduktionen einsetzte. Er arbeitete dabei mit Verlagen in Japan, England, Frankreich und Spanien zusammen.

Überzeugt davon, dass schon im frühesten Kindesalter die Grundlage für Qualitätsbewusstsein gebildet wird, publizierte er Kinderbücher von höchstem Anspruch. Sowohl die Illustrationen als auch die Textinhalte sollten dabei prägend sein. Wolfgang Arnim Nagel erhielt wiederholt Auszeichnungen für seine künstlerisch anspruchsvollen Kinder-Bilderbücher. 

In "Dokumentation deutschsprachiger Verlage", das der Buchwelt international ein Begriff ist, wird der Verlag wie folgt gewürdigt: 
„Der Verlag hat den Typ des modernen Kunstbuches und des modernen künstlerischen Bilderbuches für Kinder in Deutschland entscheidend mitgeprägt. Ein weiterer Schwerpunkt sind anspruchsvolle Bildbände und Kunstkalender sowie Bilder für Kinder und Schmuckbriefkarten. Peters-Bilderbücher, Peters-Bildbände und Peters-Kunstbücher sind weithin ein Begriff für höchste Qualität."
(Curt Vinz/Günter Olzog, Dokumentation deutschsprachiger Verlage, München-Wien 1983)

Die Kombination aus den Kenntnissen der Fotografie, der Malerei und der Kunstgeschichte befähigten Wolfgang Arnim Nagel, Kunstbücher zu publizieren, die neue Maßstäbe setzten. Durch die aufwendige Gestaltung und die exakte Farbwiedergabe von Originalgemälden wurde das Kunstbuch selbst zum Kunstwerk. Dabei gelang es Wolfgang Arnim Nagel für die Texte stets namhafte Autoren und Wissenschaftler zu gewinnen. 

Hauptautoren des Verlages: 

Gerhard Bott, Christine Brückner, Rudolf Hagelstange, Karl Krolow, Gerd Lobin, Heinrich Lützeler, Ewald Rathke u.v.a.m

Bilderbücher Kopie
Jawlensky Kopie

Kunstwissenschaftler und Jawlensky-Experte


Als Kunstwissenschaftler wurde Wolfgang Arnim Nagel zum anerkannten Experten für das Werk des Künstlers Alexej von Jawlensky. Er war ständiger Berater der Auktionshäuser unter anderen Sothebys und Christies in London, Frankfurt und New York. Anfragen aus der ganzen Welt bezüglich der Authentizität von Gemälden des Künstlers Alexej Jawlensky wurden von ihm begutachtet und bewertet.

Der von ihm veröffentlichte Band, Clemens Weiler - „Jawlensky - Köpfe · Gesichte · Meditationen" ,  wurde 1970 als das „schönste Buch des Jahres" ausgezeichnet und brachte ihm weltweit Anerkennung.

Der Band wurde von einem englischen Kunstbuch Verlag für Groß-Britanien und von einem der größten amerikanischen Verlage für die USA übernommen und vom DR. HANS PETERS-VERLAG für diese in Deutschland hergestellt.

Jawlensky Kopie

 

Zusammenarbeit mit der Hessischen Landesbank - Helaba


Die Jahresgaben der Hessischen Landesbank in Form von Kunstbüchern, Kunstkalendern oder Faksimile-Mappen wurden von der Idee über Inhalt und Gestaltung bis zur Fertigstellung nach Abstimmung mit dem Vorstand der Helaba von W.A.Nagel konzipiert und realisiert. Einige Beispiele:

Kunst des 20. Jahrhunderts in Hessen“

Teil I: Malerei und Zeichnung,

Teil II: Grafik und Plastik, 

Teil III: Architektur“,

„Meisterwerke Hessischer Museen“,

„Hessen, wo es am schönsten ist“ 

Mappenwerke mit hessischen Faksimile-Drucken

Großformatige Kunstkalender u.v.a.m.

 

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Gründung der Wolfgang Arnim-Nagel Stiftung 


Die starke Verbundenheit Wolfgang Arnim Nagels mit seiner Heimatstadt Hanau veranlasste ihn, sich auch über seinen Tod hinaus, für die Belange der Stadt einsetzen zu wollen. Seinem Wunsch entsprechend wurde im Jahre 2002 die Wolfgang Arnim Nagel-Stiftung gegründet, die damit die  finanzielle Grundlage für die Förderung sozialer und kultureller Projekte im Raum Hanau ermöglicht. Sie ist ein Vermächtnis des Verlegers an seine Heimatstadt Hanau.

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